Geschichte wird gemacht

Die Strategie der Polizei, die kurdische Bewegung in die gewalttätige Ecke zu stellen und damit die Ausrichtung zukünftiger Festivals in Frage zu stellen, könnte aufgehen.

Aber kann die Jugend einer Bewegung, gegen die seit 30 Jahren erbittert Krieg geführt wird, die seit über 100 Jahren diskriminiert und unterdrückt wird und die in nahezu jeder Familie Tote zu beklagen hat, dafür verantwortlich gemacht werden, wenn sie sich nicht alles verbieten lässt? Die Szenen riefen Assoziationen an den Widerstand auf den Straßen im türkisch besetzten Teil Kurdistans wach. (mehr…)

Das Festival macht Schlagzeilen

Die folgende Nacht wird noch ausführlich mit interessanten Gesprächen und ein bisschen Schlaf verbracht. Ein Jugendlicher muss ins Krankenhaus gebracht werden, da seine Verletzungen durch Festnahme und Misshandlung im Polizeigewahrsam zu bedrohlich sind. Er soll dort 24 Stunden zur Beobachtung und Regeneration bleiben.

Für die anderen beginnt der Tag dann mit einem Frühstück am Stand bei den Kölner Frauen.
Die Stimmung untereinander ist trotz der Demütigungen der letzten Tage immer solidarisch und gut geblieben. Im Grunde waren alle überrascht, dass die Woche so schnell vorbei ging, und wünschen sich gemeinsam weiterlaufen zu können.
(mehr…)

7. und letzter Tag – der letzte Tropfen für das Fass

Beginnend in Hockenheim setzte sich der Demozug gegen 10:00 Uhr in Bewegung – außen mit einem Spalier gepanzerter Cops (einer Einheit in Ausbildung) begleitet, innen die Teilnhnehmenden des Marsches mit Fahnen, Transparenten, Parolen und Musik, vorweg und hinten dran viele Polizeifahrzeuge, unteranderem auch ein Kamerawagen, der den Marsch ununterbrochen filmte.
(mehr…)

Der 6.Tag

Der heutige Tag begann entgegen unseren Befürchtungen ruhig. In der Nacht hatten wir Wache geschoben und von einigen Freund_innen Unterstützung bekommen, so dass wir mit etwa 200 Leuten loslaufen konnten.

Kraftvoll und motiviert verabschiedeten wir uns aus Bruchsal, zogen über wenige Dörfer, wie die Tage zuvor schon, hauptsächlich auf Waldwegen oder dem Radweg bis nach Hockenheim.
In Bruchsal trennten sich einige Freund_innen von uns und wurden gleich von den Cops festgenommen. Sie waren einige Stunden später aber bereits wieder auf freiem Fuß.

Kleinere Provokationen von Cops und Faschisten am Rande sorgten für ein wenig Abwechslung, im Zielort wurde die Situation dann nocheinmal etwas durch die Polizei eskaliert, die mit etwa 100 Einsatzkräften unsren Zug massiv nach außen abschirmte. Leider wurde eine Person im Zuge der Auseinandersetzungen festgenommen. Der Verbleib war gegen Abend noch nicht klar.

Diese Nacht konnten wir wieder bei solidarischen Familien verbringen. Morgen steht die letzte Etappe bevor.

5. Tag – Die Inszenierung geht weiter

Nachdem die Polizei bereits gestern mit unübertroffener Theatralik ihr Stückchen aufgeführt hat – vermummte Cops in verschiedensten Varianten und Ausführungen für eine Personalienfeststellung nach einer Rangelei, die mehr als 3 Stunden die Hauptverkehrsader des Ortes sperrte – ging es heute morgen gleich mit großem Tamtam los:

Die Versammlung wurde bereits am Markt in Karlsruhe von einer Armada an Polizei-Wannen erwartet, die den Aufzug nach dem Aufbruch begleitete: 9 Fahrzeuge und 2 Motorräder vorweg, links und rechts mehrere Einheiten in Riot-Gear im Spalier, am Ende nocheinmal 9 Fahrzeuge.
Die Message haben die Leute richtig verstanden: „Kurden sind echt gefährlich!“ Oder sollte sie lauten „Kurdische Jugendliche sind gefährlich!“? (mehr…)