Der 3. Tag

Wieder früh auf den Beinen, versammelten sich die mehr als 150 Jugendlichen im Zentrum von Rheinau, um loszulaufen.
Doch die Polizei hinderte sie über 3 Stunden am Aufbruch, weil sie die Personalien von einigen Jugendlichen haben wollte, die sie bezichtigte am Vortrag Beamte beleidigt und verbotene Fahnen gezeigt zu haben.
Auf dem eilig einberufenen Plenum wurde beschlossen, solidarisch zu bleiben und keine Genoss_innen an die Polizei auszuliefern, und sich stattdessen auf dem Platz vor der Kirche zum Protest zu versammeln. Die Polizei begann sofort Kräfte aufzufahren: eine BFE Einheit und eine weitere Hundertschaft standen dann behelmt und mit ihren Kunststoff-Schaben-Kostümen eine Weile um die Leute herum und hinderten sie daran sich frei zu bewegen oder aufs Klo zu gehen. Durch Kreistänze wurde die Stimmung in eine fröhliche, kraftvolle und widerständische Atmosphäre gewandelt. Die Aktionsfähigkeit war zurückgewonnen.

Als dann auch diese Sache ausgestanden war – die Polizei zog sich nach einigen Verhandlungen wieder zurück – zog der Tross endlich mit Musik und Parolen skandierend aus dem Dorf in Richtung Rastatt, wo die nächste Nacht verbracht werden sollte.

Bei schönstem Sonnenwetter, viel Musik und guter Laune ging es zügig über die Straßen oder Radwege, vereinzelte Zwischenfälle mit türkischen Faschisten führten zwar zu Aufregung, ließen den Zug aber nicht länger anhalten. Am Abend erreichte der Zug dann Rastatt und auch hier blieben die meisten Jugendlichen bei solidarischen Familien, die anderen übernachteten gemeinsam in einem großen Zelt.